bildschön

Ausstellung vom 30. Mai bis 5. Juni 2005 im Austellungsraum BLUMEN (Kolonnadenstraße 20, 04107 Leipzig)
mit Arbeiten von Esther Hoyer, Malte Masemann, Rolf Sommer und Diana Wesser
kuratiert von Andreas Möllenkamp

Die Ausstellung präsentiert vier Positionen junger Künstler*innen aus Leipzig, die Schönheitsideale in Ihren Arbeiten reflektieren. War Schönheit als zentrale ästhetische Kategorie in der modernen Kunst abgelehnt worden, so kehrte sie spätestens in den 1990er Jahren als Untersuchungsgegenstand im Feminismus, Postmodernismus und Multikulturalismus wieder in die ästhetische Debatte zurück. Die Ausstellung fragt dabei nach der Konstruktion von Schönheitsidealen, ihren ästhetischen Prämissen und sozialen Auswirkungen und wirft damit einen Blick auf unterschiedliche Körperpolitiken und Inszenierungsformen von Schönheit in unserem Alltag.

In CONSTRUCTING BEAUTY hinterfragt Esther Hoyer die in unserer Gesellschaft manifestierten Normen und ästhetischen Verhaltensweisen am Phänomen der Schönheitschirurgie. Der menschliche Körper ist seit der Antike mit körperästhetischen Wunschvorstellungen belegt; doch wie legen sich heute massenmedial vermittelte Bilder über unsere Körper? Und wie nehmen wir heute Körper im Zeitalter chirurgischen Bodydesigns wahr?

Malte Masemann greift in der Reihe „Ein völlig falsches Frauenbild“ Motive aus Zeitschriften und Magazinen auf, um sie kritisch-ironisch zu verfremden. Der Umgang und die soziale Wirkung von medial vermittelten Frauenbildern und darüber transportierten Rollenerwartungen werden thematisiert und hinterfragt.

Die im Video „Landessiegerin“ von Rolf Sommer befragten Personen geben Bewertungen und persönliche Urteile wieder, die scheinbar zusammenhanglos im Raum stehen, denn „Schädel flach“, „flottes Gangwerk“ und „sehr gut bemuskelt“ sind Adjektive, die nur sehr schwer einem bestimmten Bereich zugeordnet werden können. Während des gesamten Videos gibt es keinerlei Hinweise, die den wachsenden Fragen den Betrachter*innen dienlich sein könnten. Lediglich der Titel „Landessiegerin“ lässt Verbindungen zu tierischen Vergnügen erahnen, ganz zur Freude von „Herrchen und Frauchen“.

Diana Wesser setzt sich in ihren Arbeiten mit Performativität und Theatralität von Alltag auseinander. Einer per Selbstinszenierung lebendig gewordenen Maria und eine gleichsam inszenierte Interpretation der Aphrodite werden im Video miteinander konfrontiert: Die Hure und die Heilige als zwei gegensätzliche Aspekte der weiblichen Identität. Während jede auf die Darstellung ihrer Rolle konzentriert ist, begegnen sich ihre Blicke gelegentlich. Für die Ausstellung bildschön entstand eine Edition Schneekugeln mit Videostills der gleichnamigen Arbeit in einer Auflage von 10 Einzelstücken.

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