Ausstellung vom 28. September 2008 bis 3. Oktober 2008 in der Noch Besser Leben Galerie (Merseburger Straße 25, 04229 Leipzig)
Die Ausstellung „KlangAtlas. Alternative Kartographien einer Musikstadt“ fragt nach dem Zustand und den Gestaltungsmöglichkeiten der akustischen Umwelt Leipzigs. Sie präsentiert künstlerische Positionen und Ergebnisse wissenschaftlicher Recherchen, die mit unterschiedlichen Medien den Bezug von Musik, Klang und Urbanität thematisieren. Anhand einer Inhaltsanalyse der Leipziger Volkszeitung wird etwa herausgearbeitet, wie Musik in Leipzig medial thematisiert wird. Im Rahmen des Projektes „Soundatlas Leipzig“ hat Anne König Schülerinnen und Schüler eingeladen, selbst akustische Atmosphären in ihrem Stadtteil aufzuzeichnen und diese anschließend zu einem akustischen Stadtplan im Internet zusammengefügt. Der in Leipzig lebende Medienkünstler Patrick Franke untersucht in seinem Ausstellungsbeitrag auf der Grundlage von Phonographien den Klang gesellschaftlicher Umwelten in Leipzig.
Im Rahmen der Ausstellung finden im Noch Besser Leben Salon mehrere Veranstaltungen statt, die unterschiedliche Dimensionen Leipziger Musikkultur und Klangumgebungen thematisieren. Der Kultursoziologe Gunnar Otte präsentiert in seinem Vortrag die Ergebnisse einer umfangreichen Studie zur Clubkultur in Leipzig. In einem Konzert treten Leipziger Musikerinnen und Medienkünstlerinnen auf, deren Arbeiten sich zwischen Fieldrecordings, Klanginstallationen und Interventionen im öffentlichen Raum bewegen (Patrick Francke, Alula Tonserien).
In einer Filmreihe im Kinosaal des GRASSI werden künstlerische Dokumentarfilme gezeigt, die sich unterschiedlichen musikalischen Phänomenen und Musikkulturen der Gegenwart und jüngeren Vergangenheit widmen. „Here we come“ erzählt die Geschichte von Breakdance und Hip Hop in der DDR und was davon bis heute überlebt hat. „Hausarbeiten“ ist ein Portrait der elektronischen Musikszene in Leipzig. Die Medienkünstler*innen Friederike Mueller und René Blümel fragen darin nach den Auswirkungen und Möglichkeiten elektronischer Klangerzeugung. In „Dancing with myself“ portraitieren die Filmemacherinnen Judith Keil und Antje Kruska drei Außenseiter, die auf den Tanzflächen Berlins aufblühen und sich tanzend in eine schöne, sorgenfreie Welt beamen. Der Dokumentarfilm „ostPunk! too much future“ porträtiert die Biografien einiger Protagonisten der frühen Ostpunk-Bewegung über die DDR hinaus, erzählt von Anpassung, Konsequenz, Zwängen, Unabhängigkeit und von der Verwandlung einer allgemeinen Verweigerung in künstlerische und politische Praxis. Die Filmemacher*innen haben wir für ein anschließendes Gespräch eingeladen.
